We founded an office collective in Neukölln, Berlin as a place to work together. We’ve since ended the project but we enjoyed it while it lasted! We also learned a lot from the experience.

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We were a mix of startup-founders, alcohol-free wine enthusiasts and freelance programmers.

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morning party desk

We wrote our own “constitution” for how to work together, based on principles from Holocracy. Interestingly, and in retrospect unsurprisingly, this did not work as we expected it to. We learned a lot from it.

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Unsere Bürogemeinschaftsverfassung

“Vigeamus ubi orta libertas”

Präambel

Kreative Köpfe Europas, erwachet! Wir Kreativitätshebammen gebären eine Gemeinschaft neuer Arbeitsformen, die die Arbeitswelt stürmen werden. opening

Baugarten ist ein schwungvoller Garten des Bauens. Wir sind der Ort, auf den du dich in der Morgendämmerung deines Arbeitstages —freust. Wir sind ein selbst-regierter Raum der freien Wagnisse, des freien Erfindens, Erkundens, Experimentierens, Lernens, Unterrichtens, Denkens, Dichtens, Scheiterns und Siegens.

Dies sind unsere Grundsätze.

I. Versammlungsgrundsätze

Versammlungsregelmäßigkeit

Wir treffen uns persönlich an jedem zweiten Mittwoch um 09:00 Uhr für 15-30 Minuten, um gemeinsam über Entscheidungen zu debattieren.

Versammlungsprotokoll

Der Moderator leitet die Versammlung. Er wendet das folgende Protokoll an und stellt die folgenden Fragen:

  1. Check In. “Wie geht’s jedem heute?” Jeder Teilnehmer hat 1 Minute Zeit, um von sich selbst zu erzählen.
  2. Nachrichten. “Wer hat heute Nachrichten, entweder bezüglich eines Projekts oder Baugarten?” Wer sie hat, kann sie kurz (maximal 2 Minuten) erklären.
  3. Alte Vorschläge mitteilen. Der Moderator erklärt, welche Vorschläge nach ihrer 2-Wochen Diskussionszeit in Kraft treten und welche Mitglieder sie ins Leben rufen.
  4. Neue Vorschläge besprechen. Siehe “II. Konsens-basiertes Entscheidungsverfahren” für ein detailliertes Gesprächsprotokoll, für den Fall eines neuen oder laufenden Ausschussvorschlags.
  5. Check Out. Jeder Teilnehmer kann für circa 1 Minute kurz etwas als Schlusswort äußern.
  6. Nächster Moderator Auswählen Der aktuelle Moderator bittet einen Mitglieder, die nächste Versammlung zu moderieren.

II. Konsens-basiertes Entscheidungsverfahren

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Welche mitreißenden Kräfte bringen uns in Schwung? Wie treffen wir als Kollektiv Entscheidungen, die diese Kräfte entzünden?

Wir wenden systemische Konsensfindung an, um gemeinsame Entscheidungen zu treffen, die unsere unterschiedlichen Stimmen vereinen, uns bewegen und das Schwungrad unserer gesammelten Kräften in Gang setzt.

Ausschüsse

Wenn wir eine Verbesserungsmöglichkeit entdecken, bilden wir einen Ausschuss, um diese Chance zu erkunden. Der Ausschuss veröffentlicht im Loomio Tool (siehe unten) einen Vorschlag.

Nachdem das Baugartenkollektiv den Vorschlag entweder ablehnt oder dieser in Kraft tritt – und der Ausschuss sowie die Ja-stimmenden Baugarten-Mitglieder die entsprechenden Projektaufgaben erledigt haben – löst sich der jeweilige Ausschuss auf.

1. Schritt: Vorschläge online im Slack mit Loomio teilen

Ein Ausschuss hat zwei Schritte, um einen Vorschlag in Schwung zu bringen. Der erste Schritt ist, den Vorschlag auf dem Online-Tool “Loomio” als “Thread” einzustellen. Bei Loomio können alle Baugarten-Mitglieder den Vorschlag für zwei Wochen ansehen, hinterfragen und bedenken. Als “Thread” hat der Ausschuss mehrere Abstimmungsmethoden, um Fragen und Bedenken zu würdigen.

Wir verwenden Loomio aus zwei Gründen:

Grund #1: Um eine Aufzeichnung unserer Entscheidungen und Diskussionen zu erstellen. Grund #2: Durch Loomio haben auch physisch abwesende Baugarten-Mitglieder die Möglichkeit, am Entscheidungsverfahren mitzuwirken.

Arbeitsschritte in Loomio

  1. Erstellung eines Threads
  2. Erstellung eines Vorschlags innerhalb des Threads
  3. Über die Slack “Herrschaft”-Kanäle sehen deine Baugartengenosseninnen den neuen Vorschlag an. Sie ergänzen den Vorschlag durch ihre Fragen und/oder Bedenken.

2. Schritt: Besprechung des Vorschlags in der Versammlung

Der zweite und letzte Schritt des Ausschusses, ist den Vorschlag einer persönlichen Baugartenversammlung zu unterbreiten. Dafür gibt es die folgende Gesprächsordnung:

REVIEWED UNTIL HERE FOR GERMAN GRAMMAR EDITS

  1. Vorschlag Präsentieren - Der Ausschuss beschreibt das Problem, das er sah, und die Lösung, die er vorschlägt
  2. Fragen klären - Jeder kann Fragen stellen. Der Ausschuss kann antworten
  3. Reaktionsrunde - Jede Person kann auf den Vorschlag reagieren, wie sie es für richtig hält. Keine Diskussion oder Antworten
  4. Abänderung und Erläuterung - Der Ausschuss kann optional die Absicht klären oder den Vorschlag basierend auf den Reaktionen ändern. Keine Diskussion erlaubt
  5. Loomio Abstimmungs- und Einwandsrunde - Der Moderator liest die so weit angemeldete Loomio-Abstimmung (siehe die vier mögliche Stimmen unten). Mitglieder, die einen Einwand gemeldet haben, erklären ihre Einwände und was sie mit dem Ausschuss machen, um zusammen eine kreative Lösung zu finden. Es gibt keine Diskussion, es sei denn wenn ein Mitglieder ein Veto angelegt hat. In dem Fall prüfen alle Mitglieder zusammen, ob das Veto gerechtfertigt ist. Es gibt danach drei Möglichkeiten:
Das Veto ist gerechtfertigt

Wenn Mitglieder dieses Veto gerechtfertigt finden, dann ist der Vorschlag abgelehnt. Der Ausschuss kann natürlich sich noch ein mal treffen, um einen neuen Vorschlag, der das Veto anspricht, neu zu formulieren.

Veto-Rechtfertigungs-Meinungsverschiedenheiten

Im Fall von stark unterschiedliche Meinungen bezüglich der Vetorechtfertigung suchen sich die versammelte Mitglieder einen Termin, um gemeinsam verschiedene Visionsansichten an Baugarten zu besprechen. Dadurch können wir verstehen, warum da ein Missverständnis entsteht.

Das Veto ist nicht gerechtfertigt

Falls Mitglieder das Veto als nicht-gerechtfertigt finden, wird die Stimme als “Nein und…” kategorisiert.

Hilfreich bei der persönlichen Versammlung ist es, wenn die Gemeinschaft einen Raum von Vertrauen und Zuhören erschafft, und Mitglieder den Mut finden, sich ehrlich zu äußern.

3. Schritt: Ausschuss Integration im Fall von Einwänden

In dem Fall, dass es ein oder mehrere Einwände gibt, verpflichten sich die verneinenden Mitglieder ihre Einwände mit dem Ausschuss zusammen zu besprechen. Ziel ist es, einen geänderten Vorschlag zu erarbeiten, der den Einspruch nicht hervorruft, aber dennoch das Ziel / Problem des Antragstellers erreicht / löst. Konzentrieren Sie sich nacheinander auf jeden Einwand.

Konsens finden - durch Abstimmungsprotokoll

Statt eines Ja/Nein-Abstimmungsverfahren – die die Minderheitsstimmen überwinden und überhören – verwenden wir ein systemisches Konsensfindungs-Protokoll, das in Loomio eingebaut ist, die auf die Stärke eines jeden Mitgliedes Vorschlagswiderstandes leitet.

Einwilligung

Ja (Loomio “Agree”) - Ich will, dass wir diesen Vorschlag in Kraft tritt. Ich habe das gleiche Bedürfnis und ich beteilige mich, ihn ins Leben zu rufen.

Sich Enthalten (Loomio “Abstain”) - Ich erkläre mich einverstanden mit dem Ausschuss und ihren entsprechenden Vorschlag. Gleichzeitig betrifft mich der Vorschlag eben nicht, oder ich finde es nicht wichtig, oder ich beteilige mich nicht, ihn ins Leben zu rufen. Ich enthalte mich der Durchführung, aber ich trage sie mit. Ich respektiere die Entscheidung des Ausschusses. Wenn man innerhalb der zwei Wochen Kommentarfrist keine andere Stimme in Loomio angelegt hat, wird die Stimme automatisch als “Sich Enthalten” gemeldet.

Einwände

Nein, und… (Loomio “Disagree”) - Ich will nicht, dass wir diesen Vorschlag umsetzen. Obwohl ich möglicherweise den Bedürfnis des Ausschusses verstehe, habe ich noch einen Einwand bezüglich der Art und Weise, wie der Ausschuss diesen Vorschlag umsetzen möchte. “Und… was wäre wenn”: ich verpflichte mich eine Alternative vorzuschlagen. Beziehungsweise verpflichte ich mich durch das Anlegen dieser Stimme, zusammen mit dem Ausschuss eine kreative Alternativ-Lösung zu finden.

Nachdem die zwei streitende Parteien eine Lösung gefunden haben, wird der Ausschuss den neuen, ergänzenden Vorschlag für eine zweite Kommentar-Runde frisch veröffentlichen.

Veto - (Loomio “Block”) Ich finde, dass diese Entscheidung der Verfassung oder dem Sinn von baugarten als freies Kollektiv widerspricht. Im Fall von einem Veto, prüfen alle Mitglieder zusammen, ob dieses Veto in diesem Zusammenhang gerechtfertigt ist. (Siehe “2. Schritt: Vorschlag bei Versammlung besprechen” für das Protokoll).

Freies Denken, freies Dichten

Der Anfang des Denkens ist Uneinigkeit. Gemeinschaften, die den Geist der aufgeschlossenen Anfragen und konstruktives Uneinigkeit nähern, erleben eine Blütezeit. Uneinigkeit, unabhängiges Urteil und die befragen Annahmen blühen innerhalb einer Umgebung diversen Ansichten und die größte Freiheit.

Baugarten garantiert alle Genossenen die größtmögliche Freiheit, zu denken, sich zu äußern, zu schreiben, herauszufordern und zu befragen. Wir sind eine misstönende Sinfonie, ein aufeinanderprallendes Theater, ein College und ein Parlament des freien Denkens.